Macht’s gut, und danke für den Fisch!

Wie der Titel schon aussagekräftig ankündigt, steht mir mit diesem Blog ein kleiner Umzug bevor. Nach längerem Überlegen habe ich mich schlussendlich doch dazu entschieden, von wordpress.com hin zu einem eigenen, mit eigenem Webspace betriebenen Blog zu wechseln. Natürlich werde ich alle Daten bzw. von mir veröffentlichte Artikel mitnehmen, doch möchte ich es mir an dieser Stelle nicht nehmen lassen und all denen danken, die sich bisher überhaupt die Mühe machten und meine Artikel gelesen haben. Und wie es schon so schön in der Überschrift heißt, hier nochmals mein Lieblingszitat aus „Per Anhalter durch die Galaxis“:

Macht’s gut, und danke für den Fisch!

Jetzt hätte ich ja beinahe die neue Blog-Adresse vergessen:

www.spieleschubser.de

See you around! 🙂

Das GameCamp // Munich #gcmuc 2014

Wie schon in den vergangenen Jahren finden auch 2014 zahlreiche Vertreter der Videospielindustrie, -Presse und rein Videospielbegeisterte auf dem Gamecamp 2014 in München zusammen. Das von Hendrik Luehrsen, Volker Heinrich und zahlreichen anderen Beteiligten organisierte Event rund um das Thema Games findet dieses Jahr, wie im Jahr 2012 zuvor, in der MDH München statt.

Die Idee hinter dem GameCamp ist einfach: Menschen, für die Videospiele nicht nur bloßer Zeitvertreib darstellen, kommen zusammen und reden über die verschiedensten Themengebiete im Bereich Games. Zum Beispiel hielt Herr Dr. Rudolf Inderst eine Präsentation über das Thema Geschichte in Videospielen. Ein Teilnehmer wiederum plant eine Diskussion über den psychologischen Hintergrund des „Rage Quitting“, ein Thema, das sehr starken Zuspruch erhielt.

Hier geht’s zur Tweetwall: http://www.tweetbeam.com/show?query=%23gcmuc

Doch anstatt eine Präsentation von Seite 1 bis zum Ende einfach runterzurattern, sind die Teilnehmer dazu aufgerufen, sich aktiv an den Vorträgen zu beteiligen. Zwischenrufe, oder bereits im Voraus geplante Diskussionsrunden sind elementare Bestandteile des sogeannten Barcamps. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten von Amerika und wird hierzulande sehr häufig praktiziert. Bei einem Barcamp finden verschiedene Präsentationen zum gleichen Zeitpunkt statt, die die Teilnehmer on the fly besuchen oder auch verlassen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine klassische Präsentation handelt, eine Podiumsdiskussion oder um das besonders auf Conventions beliebte Panel-System.

Das Gamecamp 2014 findet vom 16. bis 18. Mai 2015 in München statt. Sponsoren sind unter anderem teamspeak – Communication System, Microsoft und Autodesk. Nähere Informationen gibt es hier: https://www.facebook.com/GameCampMunich

Vorgespielt – Das Let’s Play Phänomen

„Hallo und herzlich willkommen zur 976. Folge von Let’s Play Minecraft. Ich bin Gronkh und euer Kommentator für die kommende Episode. Nachdem wir gestern erst eine neue Spitzhacke und ein Haus gebaut haben, graben wir uns heute durch den Erdkern und danach …“ Let’s Plays. Ein einzigartiges Phänomen, das mittlerweile einen, wenn nicht gar den größten Teil von Googles Video-Plattform YouTube ausmacht. Zu fast jedem Spiel, das bisher erschienen ist, in bestimmten Sonderfällen sogar noch vor der Veröffentlichung findet sich hier ein kommentiertes Video dazu. Sei es ein Let’s Play, ein Let’s Watch oder auch nur ein Reingespielt, Tausende von Spielern verbringen Stunden damit, sich beim Zocken zu filmen, die Videos entsprechend zu bearbeiten und anschließend auf YouTube hochzuladen. Der Gedanke dahinter ist einfach. Let’s Player drehen Videos um ihre Zuschauer zu begeistern bzw. zu unterhalten. Aufgrund der hohen Anzahl an Betrachter und auch der Let’s-Player-Vielfalt kann hier mittlerweile sogar als richtige Alternative zum Fernsehprogramm gesprochen werden. Ich persönlich kenne zahlreiche Personen, die sich lieber ein Spiel vorzocken lassen, als auf Pro7 oder Sat.1 die neuste Soap zu verfolgen.

Doch nebst dem eigentlichen Zweck der Unterhaltung sind Let’s Plays für einige Menschen mittlerweile zur Lebensgrundlage geworden. Aus deutscher Sicht zählen dazu bekannte Let’s Player wie Gronkh alias Erik Range oder Sarazar aka Valentin Rahmel. Was für beide zunächst als Hobby begann, ist mittlerweile deren Haupteinnahmequelle. Menschen schauen sich ihre Videos an; sie müssen dabei lediglich einige Sekunden Werbung erdulden. Jeder Klick, jeder View einer Werbeanzeige spült Kohle in die Kassen der Let’s Player. Auch, wenn es sich dabei um Cent-Beträge handelt, so gilt dennoch die goldene Regel „Auch Kleinvieh macht Mist“. Bei bekannten Let’s Playern wie eben Gronkh oder Sarazar schauen im Durschnitt 50.000 – 100.000 User pro Folge zu. Aufgrund der Masse an Videos lohnt sich dann auch der Aufwand. Mittlerweile verdienen beide aber nicht nur durch reines Vorspielen ihren Lebensunterhalt. Unter anderem gehören sie auch zum Repertoire von MyVideo und treten hier in häufiger Regelmäßigkeit zusammen mit anderen Let’s Playern oder Gaming-Persönlichkeiten vor der Kamera auf.

Let’s Plays sind an sich zwar hauptsächlich für Zuschauer und Spieler interessant, dennoch hat mittlerweile auch die Videospiel-Industrie diesen Bereich als Werbemittel für sich entdeckt. Aktuell geschieht es recht häufig, dass Publisher oder Entwickler sich direkt an bekannte Let’s Player wenden und ihnen ein Muster ihres neusten Spieles zur Verfügung stellen. Diese interessieren sich im besten Falle auch persönlich für das Spiel, produzieren Videos dazu und spielen so gleich zwei Parteien in die Hände. Zum einen der Industrie selbst, die durch die Let’s Player einen extrem hohen Kosten-Nutzen-Faktor ernten und dem Zuschauer, der dadurch noch vor dem Release detaillierte Einblicke in das Spiel, dessen Welt und Charaktere erhält. Dieser Vorgang funktioniert aber auch nur, wenn es sich bei dem gespielten Titel um ein Spiel handelt, das nicht vor Fehler nur so strotzt. Ist dem jedoch so, kann zumindest ein Teil der Käuferschicht durch das Erlebte in einem Let’s Play vom Kauf zurückschrecken und im schlimmsten Fall die Kohle bei der Konkurrenz lassen.

Trotz alledem stelle ich mir hin und wieder die Frage, braucht es überhaupt so etwas wie Let’s Plays? Können Spieler nicht einfach selbst das Pad oder auch die Maus und Tastatur in die Hand nehmen und digitale Welten erkunden und fiese Monster besiegen? Teils ja, teils nein. Während die einen es sich sicherlich leisten könnten, jeden Monat Unsummen in den Konsum der neusten Computerspiele, PC-Hardware oder auch Konsolen zu stecken, gibt es auf der anderen Seite Menschen, die es sich zweimal überlegen müssen, ob sie sich ein neues Spiel anschaffen oder doch lieber noch zwei Monate auf die neue Konsole sparen. Für diese sind Let’s Plays im Grunde ein wahrer Segen, da sie so an mehr Informationen über ihr Objekt der Begierde gelangen, als so mancher Test in einer Zeitschrift liefert.

Ich persönlich bin mittlerweile auch ein großer Fan von Let’s Plays geworden, auch wenn ich sehr selektiv meine Vorspieler auswähle. Gerade aufgrund meiner früheren Tätigkeit als Videospieljournalist und gegenwärtigen Position in einem Videospielverlag habe ich nicht mehr so häufig die Lust ein Spiel selbst durchzuspielen, wie noch vor einigen Jahren. Das Hobby wurde einfach zum Beruf. Dadurch verlor ich dieses Gefühl, mich auf jedes noch so kleine Videospiel extrem freuen zu können. Gerade deshalb finde ich es sehr praktisch, mich von einem Let’s Player mit seiner Stimme und seiner Persönlichkeit unterhalten zu lassen.