EVE Online – Krieg & Frieden

EVEONLINE_WarSo banal es klingen mag, aber stellt euch einmal vor, ihr verpennt es eurem Vermieter rechtzeitig das Geld für die monatliche Miete zu überweisen. Im Grunde nichts allzu Schlimmes, kann man mit der Person doch noch immer ein klärendes Gespräch führen. In der Welt der Raumschiffsimulation EVE Online führte jedoch eine ähnliche Situation dazu, dass der größte Krieg in der Geschichte des Onlinerollenspiels ausbrach. Unzählige Clans, Allianzen und Corporations ballerten sich Stunde um Stunde, Laserprojektile und Raketen um die Ohren, bis am Ende Raumschiffe im Wert von über 300.000 US-Dollar völlig zerstört durchs All trieben. Allianzen wurden gebrochen, Kampfverbände in Luft aufgelöst und Corporations extrem dezimiert. Und alles nur, weil einer nicht rechtzeitig die Miete zahlen konnte.

Vor einigen Stunden tauchte auf YouTube ein Video auf, das ich auf jeden Fall als schön bezeichnen möchte. Besagtes Video zeigt in feinstem 1080p einige Szenen aus den Kämpfen zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Am markantesten stechen die Titanen, die stärkste, teuerste und am schwersten zu bauende Schiffsklasse in EVE Online, aus der Masse heraus. Insgesamt wurden über 75 Stück vernichtet. Für die Macher von CCP ist das Grund genug, ein Mahnmal in Form eines zerstörten Titanen zu kreieren.

Bereits vor einem Jahr kam es zu einem Krieg, bei dem unzählige virtuelle Piloten den digitalen Tod fanden und Abertausende Schiffe völlig vernichtet wurden. Jedoch stellt die Auseinandersetzung der vergangenen Tage alles Vorherige locker in den Schatten. Aber genau das ist es, was das Spiel ausmacht. Von Anfang an, seit der Veröffentlichung im Jahr 2003 gehört EVE Online im Grunde den Spielern. Natürlich gibt es einige Rahmenhandlungen, die von Entwickler CCP Games vorgegeben wurden, doch im Kern sind den Spielern keine Grenzen gesetzt. Das Ganze geht sogar so weit, dass es ein eigenes Regierungssystem in Form eines Spielerates gibt, in dem in regelmäßigen Abständen verschiedene Spieler gewählt werden, die dann zusammen mit den Entwicklern an einem Tisch sitzen und über mögliche neue Inhalte und Veränderungen von EVE an sich sprechen. Das Ganze hat jedoch seinen Preis.

Im Gegensatz zu Games wie World of Warcraft oder Guild Wars 2, die nicht nur einem völlig anderen Genre zugehörig sind, bietet EVE Online einen wesentlich schwierigeren Einstieg. User müssen sich fast schon wie in der Schule intensiv mit der Materie auseinandersetzen und durch tägliches Lernen Fortschritte erzielen. EVE ist eine lebendige und selbstständige Welt, in der hinter jeder Ecke, beziehungsweise Stern neue Inhalte, Ideen und Spielmechaniken versteckt liegen. Alleine, um überhaupt richtig zu verstehen, wie der Handel und das damit verbundene Markt-System funktioniert, bedarf es fast schon ein Wirtschafts- oder wahlweise auch gerne Informatikstudium. Dennoch wird das Spiel rauf und runter gedaddelt und eines können wir mit Sicherheit sagen: Der vergangene Krieg war nicht die letzte größere Schlacht, die die Welt von EVE Online gesehen hat.

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Jak & Daxter, Helden der Kindheit

JakDaxterTrilogy_HeroÜber die Jahre habe ich so viele Videospiele gespielt, dass ich nicht einmal ansatzweise alle aufzählen könnte. Egal ob dem Jump-and-Run- oder Shooter-Genre angehörend, mittlerweile dürften es über 1500 gewesen sein. Und selbst wenn nicht, ich habe mindestens so viele Stunden mit ihnen verbracht. Doch hin und wieder stolperte ich über ein Spiel oder eine Serie, die sich mir förmlich ins Hirn brannte und seit diesem Zeitpunkt nicht mehr aus meiner Denkmurmel verschwand. Eine solche Serie, in diesem Fall, sind die Abenteuer von Jak & Daxter, dem coolsten Duo, das jemals auf der PlayStation 2 Abenteuer erlebte.

jak_and-daxter-artworkIm Gegensatz zur üblichen Herangehensweise wurde ich nicht durch Jak & Daxter: The Precursor Legacy, also dem ersten Titel der Trilogie auf das dynamische Duo aufmerksam. Viel eher war es der zweite Teil, mit dem ich erstmals durch ein 3-D-Wackelbild in Berührung kam. Das hat zwar so viel mit einem Videospiel zu tun, wie Löschpapier bei einem Brand, aber irgendwie blieb mir die Figur des sich verändernden Jaks einfach im Gedächtnis haften. Ich fand es grandios, wie sich der Typ von einem normalen  Draufgänger in einen richtigen, von dunkler Energie durchzogenen Badass verwandeln konnte. Er ging mir einfach nicht aus dem Kopf.

Nach Wochen kam es mir dann schlagartig: Ich musste das Spiel haben. Anders wie heute war es mir dabei egal, dass ich direkt mit dem zweiten Teil in die Serie eingestiegen bin. Also kurzerhand den besten Kumpel geschnappt, mit dem Bus in die nächste Stadt getuckert und Jak 2 gekauft. Ich sprichwörtlich absolut keinen Dunst davon, was mich erwartet. Wäre es mir schon damals bewusst gewesen, dass die Jak-&-Daxter-Reihe von Naughty Dog, also den Erfindern von Crash Bandicoot und damit einem der großartigsten Videospielcharakteren überhaupt, kommt, hätte ich mir vermutlich schon auf dem Nachhauseweg vor Freude ins Höschen gemacht. Stattdessen musste der frühzeitige Samenerguss warten, bis ich die ersten Spielstunden hinter mich brachte.

jak-daxterWas für ein Spiel. Stunde um Stunde jagte ich mit Jak durch die Welt seines zweiten Abenteuers und bekam dennoch nicht genug. Das Spiel hatte alles, was einen jugendlichen Schwerenöter anspricht. Einen coolen, natürlich fast stummen Helden, der mit jeder noch so schweren Situation fertig wird, immer die krassesten Waffen am Start hat und mit Daxter einen verdammt coolen sowie witzigen Sidekick besitzt. So schnell wie Jak 2 hatte ich noch nie ein Videospiel durchgespielt. Tatsächlich freute ich mich immens auf Jak 3, dass zum Zeitpunkt, als ich Jak 2 beendete, erst angekündigt wurde. Wie es für die damalige Zeit noch üblich war, wurde jedes Videospielmagazin, das auch nur die entferntesten Informationen zu Jak 3 beherbergt oder beherbergen könnte, von mir förmlich verschlungen.

Als es dann endlich so weit war und Jak 3 in den Händlerregalen auftauchte, gab es für mich kein Halten mehr. Mein Vater, kaum aus der Arbeit zurück und einfach nur noch darauf aus, es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen, wurde von mir mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln gezwungen, nach A. zu fahren und das Spiel zu kaufen. Nach einigem hin und her ließ er sich auch breit schlagen. So ging es also zum Media-Händler und meinem sehnsüchtig erwarteten Jak 3. Und tatsächlich stand es da, in seiner vollen, dunkelblauen-PlayStation-2-Hüllen-Pracht. Geschnappt, gezahlt, gespielt.

Ich suchtete das Spiel noch stärker, als seinen Vorgänger. Vor und nach der Schule. Vor dem Schlafengehen. Mitten in der Nacht. Es gab für mich nichts anderes mehr, als Jak 3. Was man heute eventuell als Sucht bezeichnen konnte, war für mich wohl einer der schönsten Gaming-Abschnitte meines Lebens. Aus heutiger Sicht lässt sich natürlich sagen, dass der erste Teil der Serie, den ich bis heute übrigens maximal bis zur Hälfte gespielt habe, der Beste Ableger der Jak-&-Daxter-Saga ist. Dennoch sind es aber gerade Jak 2 und Jak 3 für mich, die mich vermutlich bis in alle Ewigkeit an das coolste Duo der PlayStation 2 denken lässt.

ABER HALT!

Worum geht es überhaupt in den Spielen?

Wie ihr „Vorfahr“ Crash Bandicoot, springen und wirbeln Jak & Daxter durch zahlreiche verschiedene Gebiete, Level und Areale. Dementsprechend kann und wird das Spiel dem hierzulande als Jump-and-Run bekannten Genre zugeordnet (in den USA und dem Ausland spricht man von Plattformern). Während im Serienerstling noch gänzlich auf den Gebrauch von Schusswaffen verzichtet wurde, leben die nachfolgenden Teile regelrecht davon. Jak wird in Jak 2 mit unzähligen Ballermännern ausgestattet und muss in bester Schwarzenegger-Manier die Welt vor dem Untergang bewahren. Wie es halt oft so ist. Das ändert sich auch im dritten Ableger der Serie nicht, jedoch bieten Jak 2 und Jak 3 jeweils unterschiedliche Settings und Missionen. Überhaupt unterscheiden sich die Spiele, den Ersten eingeschlossen, vom Grundton her. Jak & Daxter: The Precursor Legacy suggeriert eine heile Spring-Herum-Welt, Jak 2 bietet ein urbanes Stadtsetting und Jak 3 geht förmlich in die Wüste. Wie der Spieler, altern und reifen die Helden der Serie. Zuviel möchte ich aber dann doch nicht verraten, da es dank der Jak & Daxter HD Collection für die PlayStation 3 sowie PlayStation Vita glücklicherweise auch heute noch die Möglichkeit gibt, die Abenteuer meines persönlichen Lieblingsduos in der Spielewelt zu erleben. Worauf wartet ihr also noch?

PS: Jak X und Jak & Daxter: The Lost Frontier habe ich jetzt einfach mal hinten runterfallen lassen …

Nintendo, ich liebe dich!

nintendo
Es ist 1996 und … ich habe keine Freundin, die sich irgendendwo alleine bräunen könnte. Stattdessen sitze ich, völlig verpennt, in meinem Pyjama auf der Eckbank in der Küche meiner Eltern und starre auf eine Benjamin-Blümchen-Geburtstagstorte. Das Zeug war damals der letzte Scheiß. Doch wie es für einen kleinen Jungen, der gerade seinen sechsten Geburtstag feiert, so ist, war ich viel eher an den Geschenken interessiert. Weg mit dem Kuchen, gebt mir Spielzeug! Turtles, Batman und noch mehr! Ich will alles!

Doch anstatt mit Geschenken überhäuft zu werden, gab es nur ein Paket. What the fuck? Nur eines? Hallo!? Ich bin ein Junge, der nichts lieber tut, als mit seinen Comic-Helden durchs Gelände zu pflügen und zum tausendsten Mal Gut gegen Böse kämpfen zu lassen. Stattdessen gibts nur ein mickriges Geschenk? Naja, was solls. Reise ich es halt auf.

Bereits nachdem ich eine Seite des Geschenkpapiers förmlich in der Luft zerissen habe, begann mein Herz schneller zu schlagen. Nintendo. Fuck yeah! Ich konnte zwar noch nicht wirkich lesen, aber das Logo von fucking Nintendo erkannte ich damals schon aus zehn Kilometer Entfernung. Schneller als Super Mario auch nur „It’s a me, Mario“ ausrufen könnte, löste ich den Rest des Geschenkpapiers von dem Nintendo-Karton und starrte mit glassigen Augen, die mittlerweile die der Größe eines Mondes angenommen haben, auf das Geschenk meiner Eltern.

SuperStarSetBei dem Geschenk handelte es sich um einen GameBoy (Classic) in der Farbe Grau, zusammen mit den zwei Spielen Super Mario Land 2: The Six Golden Coins und The Legend of Zelda: Link’s Awakening. Bis heute zähle ich sogar eines davon, Link’s Awakening, zu den besten Abenteuer-Games, die jemals geschaffen wurden. In den folgenden Tagen und Wochen tat ich gefühlt nichts anderes, als Stunde um Stunde Mario und Link durch ihre Abenteuer zu folgen.

Ich schreibe darüber, weil derzeit in den Medien erneut diskutiert wird, ob sich Nintendo nicht doch aus dem Konsolengeschäft zurückziehen sollte. Grund hierfür sind die schlechten Verkaufszahlen der Nintendo Wii U und die nicht erreichten Verkaufsziele des Nintendo 3DS/3DS XL. Das Unternehmen selbst gilt als Begründer der modernen Heimkonsole. Zwar hatte bereits Magnavox mit der Odyssey die erste, als solche geltende, Konsole veröffentlicht, doch war es die japanische Firma, die mit der NES (Nintendo Entertainment System) besagte Geräte salonfähig machte.

nintendo_konsolenUnd er Markt boombte. Nach dem gigantischen Erfolg des NES folgte das SNES, kurz Super Nintendo, das noch größere Aufmerksamkeit und somit finanziellen Erfolg erlangte. Doch wie bei fast jedem größeren Konzern, kommt irgendwann der Punkt, da es, sagen wir nicht bergab, in andere Richtungen geht. Auf das Super Nintendo folgte das Nintendo 64, das erstmals richtige Polygon/3-D-Grafiken bietete. Super Mario 64 schlug ein wie eine Bombe. Noch heute gilt das Spiel als die Blaupause für alle 3-D-Jump-&-Run-Abenteuer. Das N64 verkaufte sich zwar gut, doch bekam Nintendo mit Sony und SEGA, wovon letztere Firma bereits zu Zeiten des SNES mit dem hauseigenen Sega MegaDrive Nintendo Parolie bieten konnte, starke Konkurrenz. Besonders Sony und dessen PlayStation 1 fand bei Videospiel-Fans rund um den Globus großen Anklang. Nintendo sah sich langsam aber sicher gezwungen, es mit mehreren Parteien gleichzeitig aufzunehmen.

Mit der Zeit verschwand zwar SEGA aus dem Konsolenmarkt, wurde die Lücke jedoch von niemanden geringeres als Windows-Hersteller Microsoft und der Xbox ausgefüllt. Mehr und mehr rückte Nintendo in den Hintergrund. Während die coolen Kids nur noch mit der PlayStation und Xbox beschäftigt waren, galt die N64-Nachfolgekonsole, der GameCube, und andere Nintendo-Produkte als etwas, das man jüngeren Semster in die Hand drückt. Doch Nintendo gab nicht auf, vielmehr verstärkte es seine Bemühungen, weiterhin als Konsolenentwickler für voll genommen zu werden. So verkaufte sich die der GameCube-Nachfolger, die Nintendo Wii weitaus besser als die Konsolen der Konkurrenz. Bis heute wanderten über 100 Millionen Wiis über die Ladentheke. Die Zukunft sah für Nintendo also trotz allem roßig aus. Oder nicht?Fanboys-Eyes-Microsoft-Sony-NintendoLeider hatte die Wii den kleinen aber fatalen Fehler, keine HD-Optik bieten zu können. Anstatt ordentlich Grafikpower zu besitzen, setzte Nintendo auf eine neuartige Bewegungssteuerung, was im Endeffekt auch für die hohen Verkaufszahlen sorgte, da nicht nur Core-Gamer sondern auch der Durchschnittstyp von der Straße sich die Konsole ins Haus holte. Dadurch wiederum ist es nun erst mit der Nintendo Wii U, die seit Ende 2012 im Handel erhältlich ist, möglich, grafisch anspruchsvollere Spiele zu erleben. Dumm nur, dass die mögliche Grafikpower nur leicht besser als die der Xbox 360 und PlayStation 3 daherkommt. Sony und Microsoft wiederum haben bereits ihre richtigen Next-Gen-Konsolen, PlayStation 4 und Xbox One, veröffentlicht. Auch hier kann Nintendo in Sachen Grafikpower erneut nicht mithalten. Stattdessen gibt es eine Weiterentwicklung in der Art der Steuerungseingabe.

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Anstelle weiterhin auf eine Bewungspad zu setzen, bietet das Nintendo Wii U Gamepad einen Hybriden aus klassichem Spielecontroller und einem Tablett. Spielern ist es so zum Beispiel möglich, den Inhalt ihres Inventars zu begutachten, ohne das laufende Spiel durch ein Pausenmenü zu unterbrechen. Im Grunde eine kleine Revolution. Etwas neues, das mehr Variation in das sich fast schon festgefahrene Konsolenlager bringt. Doch anstatt massiven finanziellen Erfolg zu erfahren, muss Nintendo eins ums andere die eigene Gewinnprognossen nach unten korrigieren. Journalisten und Kenner der Szene sprechen mittlerweile davon, dass sich Nintendo am besten ganz aus dem Konsolengeschäft verabschieden und lieber Software sowie rein Handheldkonsolen entwickeln soll.  Tatsächlich gibt es zum Entstehungsaugenblick dieses Artikels einige Gerüchte, laut denen Nintendo eventuell Spiele für andere Plattformen entwickeln wird oder zumindest mit dem Gedanken spielt. Zumindest in Sachen Smartphone-Games wird es keine Spiele von Seitens Nintendo geben.

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Doch egal wie Nintendo sich in Zukunft entscheiden wird, es wird immer einen kleinen Platz in meinem Gamerherzen einnehmen. Alleine die Stunden mit Pokémon, The Legend of Zelda, Super Mario und, und, und. Kaum ein anderer Konsolen-, Software- und Handheldhersteller hat so viele tolle Produkte auf den Markt geworfen, die mich seit meiner frühesten Kindheit durch meine „Gamer-Karriere“ begleiten. Zum Beispiel habe ich mir extra für The Legend of Zelda: Skyward Sword die Nintendo Wii gekauft. Oder meinen alten, ersten GameBoy. Das Ding ist nach der gefühlt 1000. Stunde Pokémon förmlich in Flammen aufgegangen. Ich wünsche für Big N nur das Beste. Zwar wäre es schön, Mario auf einer Xbox One oder PlayStation 4 zu erleben, doch hoffe ich, dass Nintendo auch noch in 20 Jahren neue Konsolen auf den Markt bringt.

Brettspiele

Als Gamer komme ich (eigentlich) jeden Tag mit Videospielen, egal welcher Art, in Berührung. Sei es auf dem Weg zur Arbeit mittels iPhone oder auf der Arbeit durch den PC und stationäre Konsolen. Doch egal welche Art von Gerät mir in den Sinn kommt, im Grunde spiele ich immer und überall. Elektronisch. Doch was wurde eigentlich aus der Leidenschaft für Gesellschaftsspiele? So sehr ich mich der Welt der digitalen Unterhaltung hingebe, so sehr vermisse ich dann doch eine gewisse Art von sozialer Interaktion. Das Gefühl, mit mehreren Menschen und einem sich nicht auf einem Bildschirm ablaufenden Gebiet zu beschäftigen. Wer erinnert sich zum Beispiel nicht an seine erste Partie „Risiko„? Das Gefühl, die größte Armee vor den Augen der Mitspieler über das Spielbrett zu schieben und mit strahlenden Augen den Triumph beim Würfeln zu erleben. Es gibt selten etwas, was mehr Euphorie bei mir auslöste. Und mal ehrlich, es gibt kaum etwas Lustigeres, als bei „Activity“ die peinlichen Versuche seiner Freunde einen Begriff panthomimisch darzustellen auf sich wirken zu lassen.

Wie es der Zufall will, bin ich durch einen guten Freund aus der Münchener Medienwelt in eine kleine Runde gelangt, die sich die Zeit nimmt und einige Stunden zusammen Brettspiele spielt. Doch im Gegensatz zu früher, als ich gerademal auf Zehenspitzen über die Tischkante schielen konnte, handelt es sich heutzutage um richtige „Schinken“ von einem Spiel. Anstatt Stunde um Stunde zu versuchen, die beste Straßen bei Monopoly zu bekommen, kämpften wir über sechs Stunden lang um die Vorherrschaft der fiktiven Welt von Westeros. Serienjunkies wissen, dass es sich hierbei um einen der Handlungsorte der beliebten Roman- und TV-Reihe „Game of Thrones“ bzw. „Das Lied von Eis & Feuer“ handelt.

Bereits während des Spielens wurde uns bewusst, wie viel Spaß es macht, mal nicht einen Abend auf der Couch zu verbringen und stattdessen tödliche Allianzen und geheime Pläne zu schmieden. Kurzerhand wurde beschlossen eine regelmäßige unregelmäßige Brettspielrunde zu gründen. Für das nächste Treffen könnte mit „Descent: Die Reise ins Dunkel“ bereits das nächste Spiel feststehen doch bieten Spiele wie „Axis & Allies“ oder „Arkham Horror“ weitere Optionen.

Für mich selbst ist das Ganze im Grunde eine völlig neue Spielwiese. Zwar kenne ich bereits einige der Titel, doch bin ich über die Jahre nicht dazu gekommen, diese auch nur ansatzweise austesten zu können. Daher freue ich mich immens über die kommenden Spielrunden.

Doch nicht nur mit meinen Freunden und Bekannten habe ich die Welt der Brettspiele für mich (neu)entdeckt. Auch mit meiner Freundin und ihrem Freundeskreis kam vor einigen Tagen eine lustige Runde zusammen, in der wir uns durch Spiele wühlten, die mir bis dato noch nie über den Weg liefen. „Make’n’Break“ zum Beispiel hat mich mehr als überrascht. Ich würde mittlerweile jedem, der Lust auf ein wirklich lustiges, aber vor allem unterhaltsames Spiel hat, eben diesen realgewordenen Tetris-Klon ans Herz legen.

Folgend noch ein kleiner Auszug aus dem Spiel „Descent: Die Reise ins Dunkel“:

In den finstersten Tiefen Terrinoths sammelt ein machthungriger Overlord eine Armee schauriger Kreaturen, um die Welt der Lebenden zu unterwerfen. Die letzte Hoffnung der freien Völker ist eine kleine Gruppe von Helden, die sich mit Mut und Geschick dem Bösen entgegenstellt. Es liegt nun an ihnen, in die aufkommende Dunkelheit zu ziehen und die Pläne des Overlords zu durchkreuzen, bevor es zu spät ist …

Descent: Die Reise ins Dunkel, zweite Edition ist ein episches Fantasy-Brettspiel für 2-5 Spieler. Mit seiner Fülle an tapferen Helden, schrecklichen Monstern, magischen Gegenständen und spannenden Abenteuern bietet es eine packende, abwechslungsreiche Reise in die faszinierende Fantasy-Welt Terrinoths.

Descent: Die Reise ins Dunkel, zweite Edition baut auf der erfolgreichen ersten Edition auf und bringt frischen Wind in das klassische Descent-Erlebnis: Die Regeln für epische Kampagnen bringen neue Tiefe, während selbst unerfahrene Helden sich dank des überarbeiteten Charakter- und Kampfsystems sofort ins Abenteuer stürzen können. Mehr als je zuvor sind die Helden Teil einer großen Geschichte, deren Ausgang sie in jedem einzelnen Abenteuer aktiv mitgestalten können. Sie gewinnen an Erfahrung, lernen neue Fähigkeiten und stellen sich schließlich im dramatischen Endkampf dem finsteren Overlord. Wem nicht der Sinn nach epischen Kampagnen steht, kann die enthaltenen Abenteuer auch getrennt voneinander spielen.

„Ich bin schwul, na und?“

Thomas Hitzlsperger hat den Schritt gewagt und sprach in aller Öffentlichkeit von seiner sexuellen Orientierung und damit verbunden Vorliebe für das gleiche Geschlecht. Im Grunde wäre das nichts Besonderes, wäre Hitzlsperger nicht vor einigen Monaten noch Profifußballer gewesen und in der Vergangenheit für die deutsche Nationalelf auf dem Platz gestanden. Er ist somit der erste bekannte deutsche Fußballer, der sich in der Öffentlichkeit über sein „Schwulsein“ sprach.

Sein „Coming-Out“ (Ein Begriff, der meines Erachtens mehr als unpassend ist) zog ein mediales Echo nach sich, das nicht nur bei den großen Zeitungen und Zeitschriften aufgegriffen wurde, sondern auch in gänzlich anderen Werbeformen, wie zum Beispiel einer Sendung über Videospiele. Doch warum wird Hitzlsperger Offenheit so positiv aufgefasst, oder von manchen Seiten auch negativ? Sollte es uns in der gegenwärtigen Zeit nicht im Grunde völlig egal sein, ob jemand auf Männer, Frauen oder beides steht? Ja! Im Grunde sollte es das. Doch leider ist es (noch) nicht soweit, dass Menschen ohne mit der Wimper zu zucken die sexuellen Vorlieben einer anderen Person akzeptieren oder notfalls auch tolerieren.

Im Profisport steht besonders die Leistung im Vordergrund, logischerweise. Fußball, Rugby oder auch American Football werden gerne als „richtige Männersportarten“ bezeichnet. Platz für Liebe, Zärtlichkeit oder überhaupt eine sexuelle Orientierung, gibt es wenn dann nur abseits des Rasens. Meistens, beziehungsweise in der Regel hat hier alles nach dem althergebrachten und von der Kirche bestimmten Weltbild des klassischen Mannes zu sein. Mann, Frau, Kinder. Basta. Glücklicherweise leben wir nicht mehr in der Vergangenheit oder dem Mittelalter. Es gibt mittlerweile mehr schwule oder lesbische Pärchen als jemals zuvor, was fantastisch ist. Doch leider herrscht eben nicht überall diese Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren oder Homosexuellen im Allgemeinen. So auch noch im Sport.

Manche Menschen sehen das „Schwulsein“ als eine Art Krankheit an, lehnen es vollständig ab und deklarieren „darunter leidende“ Menschen als abartig und nicht gleichwertig. Beim Fußball zum Beispiel kann und wird von einigen Homosexualität als Zeichen von Schwäche angesehen. Doch nicht nur Fans, die mit schwulenfeindlichen Parolen skandierend auf den Rängen stehen, können einem Spieler psychisch zusetzen, nein auch die eigenen Mitspieler. Nicht jeder geht mit dem Thema Sexualität so locker um, wie meine Generation. So reicht schon das Schneiden in der Kabine oder bestimmte Blicke aus, um einen Menschen in seiner Seele zu verletzen.

Persönlich fände ich es sehr gut, wenn mehr Spieler sich zu ihrer Sexualität bekennen. Natürlich ist diese Aussage komplett gegensätzlich zur Überschrift, doch ohne einen Anfang, kann niemals eine Gegenwart erreicht werden, in der es niemanden mehr juckt, ob ein Mann auf einen anderen Mann oder eine Frau auf eine andere Frau steht.

(Anti-)Papierkrieg

Schon am frühen Morgen schaffe ich es nicht, meine Finger von elektronischen Geräten, egal welcher Art, zu lassen. iPhone, iPad, Notebook, Xbox One, PS4 und noch vieles mehr ist nur einen Fingerzeig von meiner Hand entfernt und dank moderner Technik auch zu jedweder Zeit dazu imstande, all meine digitalen Wünsche zu erfüllen. Vor einigen Wochen habe ich eine Person kennenlernen dürfen, die in ihrem Leben vermutlich mehr Bücher gelesen hat, als ich Videospiele gespielt habe. Hierbei muss erwähnt werden, dass ich mich meiner Leidenschaft für digitale Unterhaltung bereits seit meinem fünften Lebensjahr hingebe. Ergo schon fast zwei Jahrzehnte „zocke“.

Doch es blieb nicht ausschließelich bei Videospielen und Konsorten. Ich wollte mehr, stets mit der Zeit gehen und die neusten Produkte kennen und auch ohne Probleme bedienen können. So wurde aus Interesse Verlangen und ich erlernte das Handwerk des Fachinformatikers. Okay, programmieren liegt mir überhaupt nicht. Das ist wie, als wenn ein Huhn versuchen würde zu fliegen. Trotz Flügel geht es einfach nicht.

Worauf ich aber hinaus möchte, ist der Punkt, dass ich seit damals immer den neusten Scheiß zuhause rumliegen habe. Egal ob iPhone, iPod oder ein Notebook, auf dem sich problemlos Crysis 1 spielen ließe, ich hatte alles. Und wenn nicht, wollte ich es haben. Zuletzt erging es mir so mit dem iPad, der PlayStation 4 und der Xbox One. Doch selbst mir, als Technik-Freak und Digital-Fanatiker ist es irgendwann zuviel. Zwar würde ich mich niemals von meiner liebgewonnen Technik trennen, doch musste zumindest für einen Bereich, irgendwas Banales, eine Alternative für das ganze Zeug her. Da es für mich schon seit jeher außer Frage stand, jemals Papier durch digitale Dateien zu ersetzen, wollte ich nun noch ein kleines Stückchen in diese Richtung gehen.

Anstatt also weiterhin auf die gewohnten Funktionen meines iPhones und somit speziell den Kalender zu vertrauen, bin ich mit jener Person losgezogen und habe mir einen Kalender gekauft. Einen echten, aus Pappe und Papier bestehenden Kalender. Diesen trage ich nun jeden Tag, griffbereit in meiner Jackentasche mit mir herum. Er ist im Vergleich zu meinem Smartphone deutlich unhandlicher, nimmt einiges an Platz weg und ist bei jeder Bewegung auf Brusthöhe zu spüren. Warum also tue ich mir so etwas überhaupt an und steige nicht wieder auf das iPhone um?

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Wir sind den ganzen Tag, wie beschrieben, bereits seit den frühen Morgenstunden von unzähligen technischen Gadgets umgeben. Egal, ob in der eigenen Wohnung, dem Büro oder unterwegs. Blickt man sich zum Beispiel in der U-Bahn um, sind die meisten Köpfe der Fahrgäste dem Boden beziehungsweise ihren Händen und dem darin befindlichen Handy zugeneigt. Unser Kopf kommt einfach nicht zur Ruhe. Normale Schrift aus einem Buch zu lesen oder so etwas völlig einfaches wie einen Kalender zu benutzen, erscheint hier ja fast schon abwegig und völlig am Zeitgeist vorbei geschossen.

Auch ich könnte niemals ohne Smartphone, Internet, Tablet und Spielkonsole leben. Es geht einfach nicht. Mein Kopf, Geist und Körper will beschäftigt werden. Mit diesem Unterhaltungszwang und dem Versuch, zur Ruhe zu kommen, hat sich jetzt.de-Autorin Mercedes Lauenstein in ihrem Text Hölle der Stille, meines Erachtens mehr als gelungen auseinandergesetzt. Die heutige Gesellschaft, besonders junge Erwachsene, können einfach nicht anders, als mit der einen Hand das Smartphone bedienen und dabei mit der anderen den neusten Streifen aus dem Netz streamen. Am besten noch die neuste Platte von Tyler Ward auf den MP3-Player geladen und weiter geht die wilde Hatz auf der Datenautobahn.

Darum also ein Kalender. Aus Pappe und Papier. Und ich finde ihn großartig.

1001 Spiele und ich

Jährlich, zum Ende hin, nehmen sich Menschen etwas vor, das Sie unbedingt im neuen Jahr umsetzen möchten. Sei es eine unliebsame Gewohnheit ablegen, auf bestimmte Produkte verzichten oder, banal gesprochen, sich eine neue Liebe suchen. Auch ich habe mir natürlich eine Handvoll dieser sogenannten „Guten Vorsätze“ verschrieben, wovon ich sowieso schon seit einem halben Jahr die meisten befolge. Doch muss es da draußen irgendetwas geben, was auch ich im neuen Jahr bewältigen kann, ja etwas, das mich fordert und im besten Falle mein Bestes zum Vorschein bringt. Nun, Videospiele sind hierbei nicht wirklich behilflich, doch nehmen diese sowieso schon den größten Teil meiner freien Zeit in Anspruch. Doch was genau sollte ich in Angriff nehmen? Ein YouTube-Channel? Gibt es wie Sand am Meer. Darüber bloggen? Macht doch sowieso schon jeder!

Also warum nicht einfach die neuste Ausgabe von „1001 Video Games You Must Play Before You Die“ ordern und sich durch das komplette Sammelsurium aller 1001 aufgelisteten Games durchzocken und einen kleinen Text, oder von mir auch gerne kleinen Test dazu tippen? Ja, warum eigentlich nicht!?

1001

Gesagt getan, das Buch ist mein. Für die Zukunft werde ich es so handhaben, dass ich mir in unregelmäßigen Abständen eine zufällige Zahl heraussuchen und anschließend das entsprechende Spiel anschauen werde. Eventuell gibt es sogar ein kleines YouTube-Video dazu, was jedoch davon abhängt, wie meine Lust und Laune zum jeweiligen Zeitpunkt abhängt.

Auf jeden Fall ist das mein Jahresvorsatz, und oh Wunder, er beinhaltet Videospiele. Na denn, wohl bekomms.